Kulturbeutel / wash bag

Deutsch

Last Friday I say a guy with a bag with the words „Kulturbeutel“ (culture bag). This is a word for wash bag in German. So I was remembered to my childhood:

In grate eight we went to a class trip. In preparation the teacher gave us a list with things we should bring with us. There was written „Kulturbeutel“ and I didn’t have a clue what she meant. So I asked and she look at me like an alien. She explained it’s e wash bag/dopp kit. I asked what this has to do with culture. Can’t remember her asnwer. In my family it was called „Waschtasche“ (wordly wash bag). I’m still using this word. Maybe my thooth brush is part of my culture. But my culture is not only my thooth brush.

But Wolfgang Seidel gave me the answer: For more than two thousand years the word culture was mainly used for agricultural activities (lat. cultura = agriculture). But it is also used for everything else what is raised, farmed or cared/cultivated (lat. colere) also religious worship, lessos and education. Since approximately 1700 the word „culture“ was transferred from field’s care to mind’s care.

Now I got it. I can cultivate my body and my mind 😉


Letzten Freitag kam mir auf dem Campus ein Junge entgegen mit einem Beutel mit dem Aufdruck „Kulturbeutel“. Das rief eine Erinnerung wach:

In der achten Klasse machten wir eine Klassenreise und bekamen zur Vorbereitung eine Packliste. Auf dieser stand u.a. „Kulturbeutel“. Ich kannte das Wort nicht, also fragte ich nach und erntete einen entsetzten Blick. Ich lernte, dass es der Beutel bzw. die Tasche sei, in die man seine Waschsachen, Zahnbürste etc. steckt. Verständnislos fragte ich, was das denn bitte mit Kultur zu tun habe. Ich erinnere mich nicht mehr, was die Lehrerin darauf antwortete. Bei mir in der Familie wurde immer „Waschtasche“ gesagt, was ich als wesentlich passender erachte.
Ich sage noch immer Waschtasche. Da kommen schließlich meine Waschsachen rein und nicht meine Kultur. Vielleicht ist meine Zahnbürste Teil meiner Kultur, meiner Waschkultur. Aber ich hoffe, dass meine Kultur aus mehr als meinen Waschsachen besteht.

Eine Antwort findet man bei Wolfgang Seidel (2007): „Mehr als zwei Jahrtausende lang bezog sich das Wort in erster Linie auf landwirtschaftliche Tätigkeiten (lat. cultura = Landbau). Es umfasst aber auch sonst alles, was angebaut, bebaut, gehegt und gepflegt (= lat. colere) wird, bis hin zu religiöser Verehrung nach Festen und Riten im Kultus, zu Unterricht und Bildung und zum Kult; seit etwa 1700 wurde ‚Kultur‘ übertragen von der Pflege des Ackers auf die Pflege des Geistes.“

Also ist Kulturtasche doch nicht so abwegig, da dort meine (Körper)Pflegeprodukte rein kommen, während der Junge auf dem Campus in seinem Beutel eher Pflegeprodukte für den Geist hatte.

Quelle: Seidel, W. (2007): Woher kommt das schwarze Schaf? Was hinter unseren Wörtern steckt. München: dtv, 153.

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